Schwimmen

Der Grundstein der Schwimmabteilung von Teutonia wurde im Jahr 1920 gelegt, kurz nach dem 1. Weltkrieg. Eine Gruppe junger Lippstädter Männer schloss sich zu einer Vereinigung zusammen, die den markanten Namen „Wellenbrecher" trug. Um den Schwimmern auch in kühleren Jahreszeiten Betätigungsmöglichkeiten zu geben - ein Hallenbad existierte noch lange nicht - wurde beschlossen, sich einem anderen sporttreibenden Verein anzuschließen. So wurde im Jahre 1923 aus den Wellenbrechern die Schwimmabteilung des Spielvereins Teutonia.

 

Die nachfolgenden Jahre zeigten die Richtigkeit dieser Vereinigung auf. Der damalige Vorsitzende des Gesamtvereins F. Buchholz und der Abteilungsleiter Konrad Aulbur bemühten sich mit aller Kraft, die Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Denn zu jener Zeit war es für die Lippstädter Schwimmer nicht einfach, ihren Sport zu betreiben. Als Trainings- und Wettkampfstätte stand ihnen nur die damalige Flussbadeanstalt der Ostendorfschule zur Verfügung (Durch­schnittstemperatur 14!), in der die Strömung bei Wettkämpfen eine erhebliche Rolle spielte. Der Start lag bei diesen Veranstaltungen in Höhe des „großen Dreh" oder an, der Lippebrücke. Später veranstaltete man die Schwimmfeste im Schifffahrtskanal in Höhe der Ostendorfschule oder im Grünen Winkel. Nachdem im Jahr 1932 das neue Lippstädter Freibad eröffnet worden war, nahm die Schwimmabteilung einen enormen Aufschwung. Die Mitgliederzahlen stiegen und damit verbunden auch die Anzahl der sportlichen Erfolge. Im neu eröffneten Freibad wurde im Jahr 1932 vor über 6.000 Zuschauern auch erstmals das „Strandfest" gefeiert, das sich über viele Jahre hinweg großer Beliebtheit in Lippstadt erfreute.

Im Sommer 1939 brachte der 2. Weltkrieg den Schwimmsport in Lippstadt zum Erliegen. 1948 wurde der Schwimmsport wieder aufgenommen. Ab 1949 wurde auch das einstmals so beliebte Strandfest zu neuem Leben erweckt - vor 10.000 begeisterten Zuschauern. Neben vielen anderen ist aus dieser Zeit ein Name ganz besonders zu nennen: Albert Reinecke. Er wurde 1952 für seinen mehr als 30jährigen unermüdlichen Einsatz für den Lippstädter Schwimmsport mit der Silbernen Ehrennadel des Westdeutschen Schwimmverbandes ausgezeichnet. Im Jahre 1953 konnte die Schwimmabteilung ihr 30jähriges Bestehen feiern. Die Trainingsmöglichkeiten blieben über die Jahre hinweg eher bescheiden. Zum Training musste man lange Zeit nach Erwitte oder Bad Sassendorf ausweichen, da es in Lippstadt noch kein Hallenbad gab. Erst durch die Hallenbaderöffnung im September 1966 wurden die Trainingsmöglichkeiten verbessert und der Lippstädter Schwimmsport gewann deutlich an Qualität. Bewegte man sich zuvor praktisch nur auf Kreisebene, wurden durch die Leistungssteigerung Bezirksmeisterschaften, Westdeutsche und sogar Deutsche Meisterschaften besucht und gewonnen. Die erfolgreiche Schwimmerin in jenen Jahren war Bärbel Skawran.

 

Doch nicht nur dem Leistungsschwimmen gilt seit den 70er Jahren die besondere Konzentration des Vereins. Dank der verstärkten Ausbildung von Übungsleitern und Riegenführern konnten Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene eingerichtet werden, in denen insbesondere der Nachwuchs des Vereins eine verstärkte Förderung erfuhr. Unter der Regie von Frau Elsbeth Breuer gewann auch die Jugendarbeit des Vereins immer stärker an Stellenwert, wobei die außersportlichen Aktivitäten (Ferienfreizeiten, Zeltlager, Radtouren etc.) einen unerlässlichen und sehr beliebten Bestandteil bildeten.

 

Das 1980 erstmals durchgeführte Jakob-Koenen-Gedächtnisschwimmen wurde zur festen Einrichtung und bietet den Zuschauern inzwischen wahre Höchstleistungen. Vereine aus dem ganzen Bundesgebiet schicken im November jeden Jahres ihre besten Schwimmer nach Lippstadt, um die begehrten Urkunden und Medaillen zu gewinnen.

 

So präsentiert sich die Schwimmabteilung von Teutonia unter ihrem Vorsitzenden Günther Breuer im Jubiläumsjahr 1998 in einem tadellosen Licht. Beim Wettkampf in Dortmund konnten sich drei Schwimmer (Michael. Kemper, Christopher Glarmin, Tobias Eickmann) für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren. Die TOP-Leistungen von Michael Kemper wurden zudem 1997 mit der Wahl zum Lippstädter Sportler des Jahres gewürdigt.

 

Bei den Damen ruhen die Schwimmhoffnungen besonders auf Sarah Kappel. Doch nicht nur im Bereich des Leistungssports, sondern auch im Breitensport hat die Schwimmabteilung im Jubiläumsjahr einiges zu bieten. Neben Anfänger-­Schwimmen, Aufbaugruppen und Hobbygruppe gibt es eine Wassergymnastikgruppe für Frauen unter der Leitung von Frau Mathilde Brink (Freitag 19.30 - 20.30 Uhr im Pestalozzibad). Eine Gruppe wasserscheuer (!) Frauen trifft sich jeden Mittwoch von 19.00 - 20.00 Uhr in der Turnhalle der Friedrichschule zur Gymnastik unter der Leitung von Brigitte Beck.

 

Mehrere Tagesfahrten sind im Laufe des Jahres angeboten und sehr gut ange­nommen worden, z.B. Schlittschuhlaufen, Kanufahrten, Zelten, Besuch von Frei­zeitparks und Erlebnisbädern. Auch die bewährte Tradition der Ferienfreizeiten wird in diesem Jahr fortgeführt. Vom 6.-15. Oktober wird der Verein mit 30 Kin­dern nach Eckernförde fahren. Dort erwartet die Teilnehmer ein buntes ab­wechslungsreiches Programm: Besuch der Bundesmarine und des Hansaparks, Tagesfahrt mit dem Schiff nach Dänemark, Tischtennisturnier, Schatzsuche, Nachtwanderung, Basteln und viel Spielen. Es werden auch Sportabzeichen abgelegt, die dann auf der Weihnachtsfeier feierlich überreicht werden sollen - gemeinsam mit der Ehrung der diesjährigen Vereinsmeister. Die Weihnachtsfei­ern spiegeln die erfreuliche Resonanz der Schwimmabteilung wider: Im Dezember 1997 konnten über 200 (!) Gäste begrüßt werden.

 

Die Schwimmabteilung von Teutonia umfasst im Jubiläumsjahr 1998 310 Mitglieder/innen - Tendenz, wie könnte es anders sein, steigend.