Die 70iger Jahre

Von der Bezirksliga in die Oberliga Der Start in die 70er Jahre verlief alles andere als Erfolg versprechend. Konnte man 1970 den Abstieg aus der Landesliga gerade noch verhindern, so musste man ein Jahr später doch den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten, in die gleiche Liga also, in der zu der damaligen Zeit auch die 2. Mannschaft auf Punktejagd ging.

Aber bereits 1972 gelang der direkte Wiederaufstieg. Durch einen 2 : 0 -Sieg im letzten Spiel in Büren (Torschützen waren Siggi Mikuda und Paul Niggenaber) sicherte man sich die Meisterschaft - denkbar knapp mit nur einem Punkt vor Borussia. Trainer der Meisterelf war Fritz Schmidt.

In den folgenden 2 Jahren arbeitete sich die Mannschaft in der Landesliga konti­nuierlich nach oben, bis 1975 der triumphale Aufstieg in die Verbandsliga gelang. Erstmals nach 1957 schaffte Teutonia damit wieder den Sprung in die höchste westfälische Amateurklasse. Trainer Jürgen Pommeranz hatte eine Mannschaft geformt, die eine gesunde Mischung aus erfahrenen Spielern, wie z.B. Bernd Klein, Peter Westen, Karl Kanne und Werner Schydlo und Nachwuchsspielern, wie Georg Kucklick und Werner Schröder darstellte. Letztgenannte waren Eigengewächse, die aus der erfolgreichen A-Jugend von Hannes Gundelach stammten.

Leider konnte man in den folgenden Jahren nicht an die Erfolge anknüpfen. Die Trauben in der Verbandsliga hingen zu der Zeit doch noch etwas zu hoch. So kam es, dass man die Klasse 1977 nach nur zweijährigem Aufenthalt wieder verlassen musste. Doch auch dieser Abstieg konnte Teutonia nicht aus der Bahn werfen. Neue, junge Spieler rückten auf, die nach kurzer Zeit zu den Stützen der 1. Mannschaft zählten: Meinolf Koch, Wilfried Klaus, Horst Diekmann, Fritz Musga etc. So könnte pünktlich zum 70jährigen Jubiläum im Jahre 1978 der erneute Meistertitel in der Landesliga gefeiert werden. Erwähnenswert aus der Saison bleiben vor allem die beiden Ortskämpfe gegen Borussia, die jeweils erst in der letzten Minute mit 1 : 0 gewonnen werden konnten. Die schwierigste und undankbarste Aufgabe hatte am Abend der Meisterfeier der 1. Vorsitzende Willi Kröger zu erfüllen. Während alle anderen feierten, musste er dem Meistertrainer Willi Soja mitteilen, dass sein Vertrag für die nächste Saison nicht verlängert werden sollte. Niemand, der dabei gewesen ist, wird den wortlosen Abgang von Willi Soja aus der Tenne vergessen.

Die folgende Saison brachte dann den absoluten Höhepunkt des Vereinsjahrzehnts einen der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte überhaupt. Mit 42 : 16 Punkten und 63 : 28 Toren gelang der Teutonen-Mannschaft 1979 der Durchmarsch durch die Verbandsliga in die neu gegründete Oberliga. „Mareczek-Mannen schießen Teutonia in höchste Liga der Amateurfußballer" - so lautete die Schlagzeile der Patriot-Sonderausgabe vom 2.6.1979, und ganz Lippstadt stand im Zeichen der Schwarz-Weißen. Ein Autokorso führte durch die Innenstadt, und der Tennen-Parkplatz wurde kurzerhand zu einem riesigen Biergarten umfunktioniert, wo die gesamte Teutonenfamilie (das Wort traf damals noch wirklich zu) diesen großartigen Erfolg feierte.

Nicht nur durch diesen Abschluss erscheinen die 70er Jahre im Rück- und Überblick als ein sehr erfolgreiches Jahrzehnt. 4 Meisterschaften und letztendlich der Sprung in die höchste Amateurklasse lassen die Bilanz mehr als rosig aussehen. Dazu kam eine 2. Mannschaft, die überwiegend in der Bezirksliga spielte, eine 3. Mannschaft in der 2. Kreisklasse. Nicht zu vergessen die hervorragend geführte Jugendabteilung, die das Reservoir für alle Seniorenmannschaften bildete. Allen voran stand ein Vorstand, der über Jahre weitestgehend reibungslos zusammenarbeitete und sich uneigennützig und verantwortungsbewusst für die Belange des Vereins einsetzte. Die Teutonenwelt war rundum in Ordnung - das ließ für die nächsten Jahres einiges erhoffen....

Landesligameister 1975

Landesligameister 1978

stehend von links: Betreuer Kanne, Trainer Soja, Schmitz, Masseur Luckenbach, Mikuda, Michaelis, Sprick, Eickel, Schröder, Koch, Musga, Abteilungsleiter Goedecke; kniend von links: Kucklick, Franz, Bentler, Dieckmann, Westen Es fehlt: W. Klaus

Verbandsligameister 1979

stehend von links: Kucklick, Schmitz, Dieckmann, Duhnke, Henke, Koch, Musga, Mikuda, Trainer Maraczek

kniend von links: Klaus, Eickel, Franz, Marziniak, Schröder, Westen, Koy, Borchert