Die 90iger Jahre

Die Jahre bis zur Fusion Das Jahr 1990 bescherte den Teutonen ein lange nicht mehr gekanntes Glücks­gefühl. Erstmals seit über 10 Jahren konnte wieder ein Meistertitel gefeiert werden. Nach einer beeindruckenden Siegesserie in der zweiten Saisonhälfte (12 Spiele hintereinander ungeschlagen) ging die Mannschaft von Trainer Herbert Hrubesch als Erster in der Landesliga durchs Ziel. Vorentscheidend war dabei der 1 : 0-Sieg im vorletzten Spiel beim Tabellenzweiten Lüner 'SV (Torschütze war Willi Kückelheim). Zahlreiche Zuschauer aus Lippstadt machten dieses Auswärtsspiel zu einem Heimspiel und trugen damit wesentlich zu dem Erfolg bei. Es war wie in alten Zeiten!   Doch wer geglaubt hatte, dass nach diesem Erfolg wieder bessere Zeiten für den Verein anbrechen sollten, wurde bitter enttäuscht. Von Anfang an krebste man in der Verbandsliga wieder nur in den unteren Tabellenregionen herum. 1991 konnte der Abstieg noch durch einen 2 : 0-Sieg nach Verlängerung im Entscheidungsspiel gegen RW Unna abgewendet werden. 1992 verhinderte nur eine Entscheidung am grünen Tisch den eigentlich schon feststehenden Abstieg. 1993, wieder einmal im Jubiläumsjahr, diesmal dem 85., ging es dann tatsächlich wieder eine Etage tiefer.   Im Abstiegsjahr 1993 gab es jedoch auch ein für Teutonia bemerkenswertes Verhalten. Fußballabteilungsleiter Uwe Reimann hielt trotz Niederlagenserie in Nibelungentreue an seinem Trainer Franz-Josef Günther fest und verzichtete auf die sonst üblichen Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen. Im Jahr darauf nahm Franz Günther selbst die Funktionszügel in die Hand. Zusammen mit Norbert Thiesmann übernahm er unter dem Namen „Förderverein Teutonia" die alleinige Verantwortung für die 1. Mannschaft - eine bisher in der Vereinsgeschichte einmalige Konstellation.   Tatsächlich gelang 1994 der direkte Wiederaufstieg in die Verbandsliga als Tabellenzweiten hinter dem TuS Ahlen. Trainer der Aufstiegsmannschaft war Elmar Wienecke.   Die nächsten beiden Jahre in der Verbandsliga brachten ganz neue Erfahrungen mit sich. Erstmals seit vielen Jahren hatten die Teutonen mit dem Abstieg nichts zu tun. Im Gegenteil, die neu formierte, junge Mannschaft spielte um die vorderen Plätze der Tabelle mit und hatte zwischenzeitlich sogar den „Platz an der Sonne" im Visier. Eine unerklärliche Formschwäche jeweils in den Herbstmonaten verhinderte jedoch eine noch bessere Platzierung. Dennoch sollte die Saison 1996/97 die letzte Saison für die 1. Mannschaft von Teutonia sein. Was sich in den Jahren zuvor schon abgezeichnet hatte, wurde am 4. Juni 1997 Wirklichkeit. Die Fusion zwischen Teutonia und Borussia wurde besiegelt. Somit ging mit der Saison 1997/98 erstmals eine Mannschaft unter dem Namen „SV Lippstadt 08" an den Start. Auch wenn es nicht mehr unter dem Namen Teutonia wäre, der Meistertitel wäre der neuen (alten) Mannschaft wirklich zu gönnen und stünde unserem Verein gerade zum 90jährigen Jubiläum gut zu Gesicht - Abstiege gab es in den bisherigen Jubiläumsjahren wahrlich genug!